Starten Sie ihr Nervensystem neu.

Worum es bei der Behandlung geht

Die Stellatumblockade ist ein medizinisches Verfahren, bei dem ein lokales Betäubungsmittel gezielt an einen Teil des sympathischen Nervensystems im Halsbereich injiziert wird. Dieses Nervengeflecht (Ganglion stellatum) gehört zum sogenannten Sympathikus, der unter anderem an Stressreaktionen des Körpers beteiligt ist.

Bei Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) kommt es häufig zu einer dauerhaft erhöhten Stressaktivierung. Typische Folgen sind: anhaltende innere Alarmbereitschaft, Schlafstörungen, starke Schreckreaktionen, Angst- und Paniksymptome und intrusive Erinnerungen oder Flashbacks.

Die Blockade des Ganglion stellatum kann bei vielen Patienten zu einer vorübergehenden Dämpfung dieser Stressaktivität führen. Ziel der Behandlung ist daher nicht das "Löschen von Erinnerungen", sondern eine Reduktion der physiologischen Stressüberaktivierung, die vielen PTBS-Symptomen zugrunde liegt. Dadurch öffnet sich ein zusätzliches therapeutisches Fenster für Psychotherapie, Körperpsychotherapie, Entspannungsverfahren und stabilisierende Änderungen des Lebensstils werden.

Die Stellatumblockade ersetzt in der Regel keine Psychotherapie; im Gegenteil, sie unterstützt das Voranschreiten einer bestehenden Therapie.

Für wen diese Behandlung grundsätzlich gedacht ist

Diese Behandlung richtet sich in erster Linie an Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS).

Eine Behandlung ist besonders dann sinnvoll, wenn Symptome wie Schlafstörungen, Flashbacks, Angst oder dauerhafte Alarmbereitschaft im Vordergrund stehen und andere Behandlungsansätze (z. B. Psychotherapie oder Medikamente) nicht ausreichend geholfen haben.

Eine Stellatumblockade ist dagegen meist nicht sinnvoll, wenn ausschließlich Depression ohne Trauma-Bezug vorliegt oder vor allem Persönlichkeitsstörungen oder Suchterkrankungen im Vordergrund stehen. Die Behandlung zielt darauf ab, bestimmte physiologische Stressreaktionen zu modulieren. Sie ist keine universelle Lösung für alle psychischen Erkrankungen.

Logistik: Organisation der Behandlung

Vor einer Anfrage sollten einige organisatorische Punkte bedacht werden.

Eine vollständige Behandlung umfasst die Vorbesprechung, Indikationsstellung und Aufklärung (kann online erfolgen) sowie die Durchführung an zwei aufeinanderfolgenden Tagen, weil sowohl der Sympathikus am Hals rechts als auch links behandelt wird und die Behandlung beider Seiten nicht gleichzeitig erfolgen darf.

Unsere Praxis befindet sich in Rimpar bei Würzburg. Viele Patienten reisen aus anderen Regionen oder auch aus dem Ausland an.

Eine Begleitperson ist am Behandlungstag erlaubt und häufig auch hilfreich. Wenn diese Person mit traumainformierten Umgangsweisen vertraut ist, kann dies für viele Patienten zusätzlich unterstützend sein. Es ist für uns kein Problem, wenn die Begleitperson bei der Durchführung mit anwesend ist.

Nach der Behandlung dürfen Sie bis zum nächsten Morgen kein Auto fahren. Bitte planen Sie daher eine entsprechende Begleitung oder Unterkunft in der Nähe der Praxis ein.

Auf Wunsch kann für die beiden Behandlungstage eine ärztliche Krankschreibung ausgestellt werden.

Die Behandlung erfolgt privatärztlich. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht.

Die Kosten werden im Rahmen des ärztlichen Erstgesprächs erläutert. Zur groben Orientierung rechnen Sie für das Aufklärungsgespräch und jeweils eine rechts- und eine linksseitige Durchführung mit circa 500-600€.

Durchführung der Behandlung

Vorbesprechung

Vor der Behandlung erfolgt zunächst ein ärztliches Vorgespräch zur Vorbesprechung, Indikationsstellung und Aufklärung. Dieses kann in vielen Fällen online stattfinden.

Tag 1

  • Begrüßung in der Praxis
  • Klärung offener Fragen
  • Lagerung auf einer Untersuchungsliege
  • Lokalanästhesie im Halsbereich
  • Steriles Abdecken des Punktionsbereichs
  • Ultraschallgesteuerte Punktion des Ganglion stellatum und des Ganglion cervicale superius auf der rechten Halsseite

Die Durchführung an sich dauert in der Regel zwischen 25 und 45 Minuten. Nach der Injektion erfolgt eine Nachüberwachung in der Praxis von etwa 45 Minuten.

Tag 2

Am zweiten Tag wird die Behandlung in gleicher Weise durchgeführt, diesmal an der linken Halsseite.

Medizinische Aspekte

Nicht jeder Patient ist für eine Stellatumblockade geeignet. Vor einer Behandlung müssen mögliche Risiken oder Gegenanzeigen geprüft werden.

Dazu gehören unter anderem:

  • Einnahme bestimmter Blutverdünner
  • bekannte Gerinnungsstörungen
  • frühere Operationen im Halsbereich
  • Allergien gegen Lokalanästhetika
  • bestimmte neurologische oder internistische Erkrankungen
  • Schwangerschaft

Diese Punkte lassen sich nicht pauschal über eine Webseite beurteilen. Deshalb erfolgt vor jeder möglichen Behandlung eine individuelle ärztliche Prüfung.

Weitere Informationen

Aktuell finden Sie hier

Nächster Schritt

Wenn Ihre Beschwerden grundsätzlich zu den oben beschriebenen Symptomen passen und Sie die organisatorischen Voraussetzungen erfüllen können, können Sie uns gerne eine Anfrage über dieses Kontaktformular schicken: